Toskana 2005

Nach einem erfolgreichen Hausumbau von Roland und Anja und einen langen Winter für alle sind Roland, Anja, Lena, Tanja und Klaus im Juni 2005 für drei Wochen in die Toskana gefahren. Als Homebase wurde Marina di Massa ausgewählt, weil es am Meer liegt und den Nichtfliegern an Flugtagen Bademöglichkeiten bietet. Das Strandbad ist dann eines dieser alten Italien-Bäder mit kilometerlangen privaten Stränden bei denen man für zwei Liegen und Schirm 15 Euro ! pro Tag bezahlt. Naja, muss man auch mal gesehen haben.

 

Die ersten Tage waren leider noch nicht so gutes Wetter und daher haben wir erst einmal das Besichtigungsprogramm mit Lucca, Pisa, Florenz und Siena durchgezogen. Besonders Lucca und Siena sind als alte Städte mit kleinen autofreien Gassen sehenswert, Florenz ist recht groß und touristisch, Pisa hat m.E. neben dem Turm nicht so zu viel zu bieten. Beim Ausflug nach Lucca sind wir noch am Fluggebiet „Diecemo“ vorbei und haben einen einsamen Flieger am Landeplatz angetroffen. Er konnte uns ein paar Tipps geben und so waren wir frohen Mutes für den nächsten Besuch dort. Nach einer Woche sind wir dann dort aufgeschlagen und haben wieder den gleichen Flieger getroffen, der aber meinte es wäre nur Soaring-Wetter in Diecemo und er würde jetzt ins Appenin fahren, da sei aber der LP zu schwierig für uns. Am Schluss gab er uns noch den Tipp nach Pizzorne zu fahren.

Startplatz mit Klaus im Hintergrund

Da Pizzorne nur 14 km weg ist, sind wir schnell dorthin und haben eine Menge Flieger dort angetroffen. Besonders Alba konnte uns weiterhelfen, da sie perfekt Englisch sprach, was bei den Italienern immer noch nicht so angesagt ist. Das Gebiet ist ein Süd-Gebiet mit 950m Höhenunterschied. Bei leichtem Wind aus W oder O ist es auch okay nur bei überregionalem N-Wind kann man es, wie fast alle Gebiete in der Toskana, vergessen. Die Lokals treffen sich am LP und bilden Fahrgemeinschaften den Berg rauf (ca. 30min). Das geht sehr freundschaftlich ab, alle Flieger werden auf die großen Autos verteilt und fahren rauf. Nach dem Fliegen werden die Autos wieder abgeholt. Mit unserem Berlingo waren wir also immer bei der ersten Tour dabei :-). Gestartet wird „unter“ einer Hochspannungsleitung, die aber nicht besonders stört. Italienische Piloten haben wohl die Angewohnheit ihre Landeplatzgespräche vor der Auffahrt, vor dem Start und nach der Landung abzuhalten. Auf jeden Fall haben sie die Ruhe weg und starten nicht gleich nach der Ankunft am SP, obwohl alles passt. Man muss ja nicht alles nachmachen, also sind wir „typisch Deutsch“ gleich raus. – Endlich wieder Thermik-Fliegen – Der ganze Berg ist dicht bewaldet (Urwald, wie es bei den Tuetenfliegern geschrieben stand), es gibt aber genug Thermik-Quellen, so dass fliegen recht easy ist. Wenn man mal auf 650m (Start: 950m) abgesoffen ist findet man immer noch eine Quelle um wieder hoch zu kommen.

 

Roland über der Ebene

Man muss auf die Hochspannungsleitung auf ca. 980m aufpassen und natürlich nicht gegen den Sendemast fliegen. An allen Tagen, an denen wir dort geflogen sind, kamen wir nicht über 1300m hinaus, was auch nicht so schlimm ist, da das Gebiet wohl nicht so streckenflugtauglich ist. Einige Locals berichteten von kleinen XC-Flügen nach Lucca (in die Ebene) und zurück bzw. zum Landeplatz. Der Landeplatz ist übrigens vom Start aus nicht einsehbar (damit ist es wohl eher ein B-Gelände) und man braucht einen Schirm mit mindestens Gleitzahl von 5 um ohne Gegenwind und ohne Thermik den LP zu erreichen. Es gibt eine Kirche auf einem Bergrücken, wenn man über dieser noch 100m drüber ist, sollte man zum LP fliegen, oder einfach ab und zu mal aufs GPS schauen :-). Der LP ist recht groß, fällt aber auf einer Seite ab und ist auf zwei Seiten mit einer Telefonleitung begrenzt. Nach ein, zwei Versuchen mit einer Landevolte sind wir dann doch mit Achtern über einem kleinen Waldstückchen (saufen) eingelandet. Bei einer Volte kam man dann in den Genuss von starker Thermik über einem unbestellten Feld im Queranflug. Gott sei Dank steht ein großes Haus am Startplatz, welches am Nachmittag Schatten spendet und das Zusammenlegen einigermaßen erträglich macht.
Am zweiten Flugtag dort hatten wir schon über dem Appenin sich auftürmende Cumulus gesichtet. Die Locals meinten aber, das sei okay und weit weg, während des Flugs zog es sich aber immer mehr zu und erstes Donnern war zu hören; also sind wir alle schnell gelandet und konnten vor den ersten Tropfen noch unser Zeug zusammenpacken.

 

Da das Fliegen in Pizzorne so entspannt ist, sind wir noch ein paar mal dort gewesen und konnten immer ein bis zwei Stunden dort fliegen. An Samstagen und Sonntagen ist es recht voll, auch Drachen wurden gesichtet, aber das Gebiet ist groß genug für alle.

Der Flugberg mit Antenne

Fazit Nicht die höchsten Berge, aber für die Kombination von Strand-, Kultur- und Flugurlaub eine interessante Gegend mit sehr netten und hilfsbereiten einheimischen Piloten. Achja, Mückenschutz nicht vergessen, die Viecher fressen einen sonst auf da unten.

Koordinaten im GPX-Format

 

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